Frau Strecker, bis zur vollständigen Realisierung des RRX vergehen noch einige Jahre. Warum ist es so wichtig, gerade jetzt schon kommunikativ in die Offensive zu gehen?

Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass eine frühzeitige Information der Öffentlichkeit von zentraler Bedeutung für das Gelingen von Großprojekten ist. Die Menschen wollen nicht erst dann ins Bild gesetzt werden, wenn ein Vorhaben mitten in der Umsetzung ist, sondern erwarten zu Recht, schon vorab umfassende Auskünfte zu erhalten. Ohne eine solche Information besteht die Gefahr, dass Außenstehende die Deutungshoheit übernehmen und das Meinungsbild einseitig bestimmen.

Welche Anforderungen stellt ein Großprojekt wie der RRX an die Kommunikation?

Der RRX ist ein sehr erklärungsbedürftiges Vorhaben, das macht die Kommunikation zu einer Herausforderung. Es gibt eine Vielzahl an Beteiligten, unterschiedliche örtliche Gegebenheiten und Planungsabschnitte sowie umfassende Veränderungen bei Linienverlauf und Betrieb – all das gilt es, den Menschen anschaulich zu vermitteln. Hinzu kommt, dass der RRX noch nicht fährt, die Öffentlichkeit kann ihn bislang weder sehen noch nutzen. Wir
mussten daher Wege finden, das abstrakte Projekt RRX greifbar und anschaulich machen.

Das Kompetenzcenter Marketing NRW übernimmt bei der Öffentlichkeitsarbeit zum RRX eine zentrale Rolle. Warum macht das Sinn?
Das Land Nordrhein-Westfalen hat schon vor Jahren gezielt Kompetenzcenter gegründet, die landesweit bedeutsame Themen und Aufgaben aus den Bereichen Tarif, Marketing, Information, Planung und Produktentwicklung rund um den Öffentlichen Nahverkehr koordinieren. Das KCM übernimmt im Rahmen dieser Aufgabenverteilung unter anderem die Kommunikation zu allen landesweiten Themen des Öffentlichen Verkehrs und damit auch zum RRX als dem zentralen Schienenprojekt für Nordrhein-Westfalen.

Wie gelingt es, angesichts der unterschiedlichen Akteure aus Politik, Zweckverbänden, Verkehrsverbünden, -unternehmen und Industrie eine gelungene Außendarstellung sicherzustellen?
Wichtig ist, dass wir uns gleich zu Beginn der intensiveren Öffentlichkeitsarbeit im vergangenen Jahr eine verbindliche Organisationsstruktur gegeben haben.
Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass jeder seine Rolle im Prozess kennt und es keine Unsicherheiten bei der Aufgabenverteilung gibt. Darüber hinaus ist es aus meiner Sicht erforderlich, das gemeinsame kommunikative Ziel im Blick zu behalten. Natürlich gibt es bei einem Projekt dieser Größenordnung immer auch einmal widerstreitende Interessen und Meinungen. Es muss aber allen Beteiligten daran gelegen sein, nach außen Geschlossenheit zu zeigen und mit einer Stimme zu sprechen.

Im vergangenen Jahr stand der Nutzen des RRX im Zentrum der Kommunikation. Welche Schwerpunkte wollen Sie in den kommenden Monaten setzen?
Der RRX wird für die Menschen immer konkreter, denn Ende 2018 gehen bereits die ersten neuen Züge auf die Strecke – wenn auch nicht im 15-Minuten-Takt. Das wird noch einige Jahre dauern. Wir nehmen das zum Anlass, das Projekt noch näher zu den Menschen bringen. Aktuell macht eine Roadshow in verschiedenen Städten entlang der Strecke Station und ermöglicht es, den RRX schon jetzt multimedial zu erleben. Vor dem Start des Vorlaufbetriebs im Dezember 2018 wird darüber hinaus natürlich die Information über die verkehrlichen Änderungen im Mittelpunkt stehen. Parallel setzt DB Netz weiterhin auf eine intensive Bürgerinformation im Rahmen der Planfeststellungsverfahren für die einzelnen Streckenabschnitte. Auch dies gilt es, mit der allgemeinen RRX-Kommunikation zu
synchronisieren.





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