Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) trägt auch abseits der Schienenwege zur Aufwertung des städtischen Umfelds bei. Ein gutes Beispiel dafür ist Leverkusen: Angesichts der notwendigen Baumaßnahmen für das Schienenprojekt entschied sich die Stadt, auch den nicht mehr zeitgemäßen Busbahnhof zu erneuern. Das Ziel der Akteure: einen leistungsfähigen Verkehrsknotenpunkt und ein neues Tor zur Stadt schaffen.

Damit der RRX künftig in Leverkusen halten kann, sind entlang der Strecke und am Bahnhof eine Reihe von Baumaßnahmen erforderlich. Zwischen Chempark und Leverkusen-Küppersteg müssen die S-Bahn-Gleise auf einer Länge von rund drei Kilometern durchgängig zweigleisig ausgebaut werden. Zudem ist in Leverkusen Mitte ein Abbruch des bisherigen Empfangsgebäudes erforderlich. Dort  erfolgen die Errichtung eines neuen S-Bahnsteigs und der Umbau des bisherigen Außenbahnsteigs zum Mittelbahnsteig. Für mehr Barrierefreiheit sollen drei neue Aufzüge sorgen. „Wir befinden uns seit Beginn der Planungen in einem intensiven Austausch mit der Stadt Leverkusen und im Dialog mit den Bürgern“, sagt Artur Wiatowski, Projektverantwortlicher bei der DB Netz AG. „Mittlerweile läuft das Planfeststellungsverfahren.“

Impuls für den neuen „Busbahnhof City“

Für das neue S-Bahn-Gleis wird neben dem Bahnhofsgebäude auch ein Teil des Busbahnhofs benötigt. Vor diesem Hintergrund starteten die Stadt, das Busunternehmen Wupsi und das Planungsbüro Isaplan Überlegungen, wie der Busbahnhof und das Umfeld mit der An- und Abfahrt über die Heinrich-von-Stephan-Straße neu gestaltet werden könnten. „Das schlüssige Verkehrskonzept und die nach einem Wettbewerbsverfahren festgelegte Gestaltung des zentralen Bahnhofsdachs mit Freiflächen wird das Bahnhofsumfeld städtebaulich aufwerten und einen leistungsfähigen Verkehrsknotenpunkt schaffen, der Bus und Bahn, Fernbus-, Fahrrad- und Autoverkehr sinnvoll miteinander verknüpft“, ist sich Stadtplanerin Petra Cremer sicher. Geplant ist ein zentraler Mittelbussteig in Ellipsenform. Die Anordnung soll einen besseren betrieblichen Ablauf gewährleisten und ermöglicht den Fahrgästen einen Umstieg ohne Fahrbahnquerungen. Das zentrale Gestaltungselement bildet ein rund 2.000 Quadratmeter großes Dach aus filigranen Stahlträgern und PVC-Membran, das den Bussteig überspannt, entworfen von Pahl + Weber-Pahl Darmstadt mit OSD, Frankfurt. Der Umbau verbessert die Aufenthaltsqualität und das Sicherheitsempfinden, zum Beispiel durch geschützte Wartezonen, mehr Barrierefreiheit, eine gute Beleuchtung und einen offenen Zugang zu geschützten Fahrradstellplätzen. Er beseitigt zudem die bisherige Troglage des Busbahnhofs.

Gute Koordination für eine reibungslose Umsetzung

Die Kosten für den Umbau betragen rund 8 Millionen Euro. Die Maßnahme wird vom  Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) und über das Bund-Land-Förderprogramm zur Stadterneuerung gefördert. Der Umbau des Busbahnhofs hat bereits begonnen und wird in den kommenden Jahren eng mit den Umbaumaßnahmen für den RRX verzahnt werden. „Eine OP am offenen Herzen“, beschreibt Wiatowski die Herausforderung für die Beteiligten. Für die Fahrgäste von Bus und Bahn bedeutet das eine sich immer wieder verändernde Baustellensituation und für die Akteure einen hohen Koordinierungsaufwand. Getragen werden die Planungen von einer breiten Öffentlichkeit, wie Cremer betont: „Die Politik steht eindeutig hinter dem Projekt und auch  viele Bürger begrüßen das Vorhaben wegen der großen Zukunftschancen für die Stadt. Wir versuchen, die Umbaumaßnahmen bestmöglich aufeinander abzustimmen und die Situation damit für alle so komfortabel wie möglich zu machen.“

Weiterlesen:

Der Stand der Planfeststellung in Leverkusen





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