Taktverbesserungen im Regionalverkehr auf der Schiene können ihren Vorteil für den Fahrgast erst dann voll entfalten, wenn die Anschlüsse an den kommunalen Nahverkehr sichergestellt sind. Im Interview erklärt Richard Ziolkowski, Fachreferent bei der strategischen Verkehrsplanung der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BOGESTRA), wie sich das Verkehrsunternehmen auf aktuelle Entwicklungen im Regionalverkehr einstellt.

Herr Ziolkowski, im Dezember 2018 startet der Vorlaufbetrieb für den RRX, der im Zielzustand zu deutlichen Taktverbesserungen führen soll. Ein Jahr später wird zudem das Betriebskonzept der S-Bahn Rhein-Ruhr geändert. Was bedeutet das für die BOGESTRA?

Wenn es gravierende Änderungen bei der Taktung des Regionalverkehrs gibt, müssen wir uns darauf rechtzeitig einstellen, damit die An- und Abreise für unsere Fahrgäste reibungslos funktioniert. Die S-Bahn Rhein-Ruhr ist dafür ein gutes Beispiel: Im Dezember 2019 wird der bisherige 20-Minuten-Takt auf mehreren S-Bahn-Linien zu einem nachfrageorientierten 15/30-Minuten-Takt geändert. Das stellt auch an uns als Verkehrsunternehmen hohe Anforderungen. Um unsere Verkehre an die Veränderungen im Regionalverkehr anzupassen, setzen wir zum 15. Dezember 2019 unser gesamtes Netz neu auf. Auch wenn es in einigen Jahren Taktverdichtungen durch den RRX gibt, werden wir unser System auf den Prüfstand stellen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen.

Welche Vorteile bietet das neue Netz?

Mit dem „Netz 2020“ bieten wir unseren Fahrgästen in Bochum bessere sowie dichtere Verknüpfungen und stärken Verbindungen mit hoher Nachfrage. Bis auf die Campuslinie U 35 verkehren alle Linien künftig im 15/30-Minuten-Takt. Die Straßenbahnen fahren, insbesondere in den Stoßzeiten, häufiger. Darüber hinaus schaffen wir neue Direktverbindungen mit Bussen und verbessern die Umsteigemöglichkeiten durch eine engere Verzahnung von Bus, Straßenbahn und U-Bahn. Von den Optimierungen im Netz profitieren die mehr als 146 Millionen Fahrgäste, die jedes Jahr mit der BOGESTRA unterwegs sind. Rund ein Viertel von ihnen steigen vom oder auf den Regionalverkehr um.

Wie ist das „Netz 2020“ für Bochum entstanden?

Gemeinsam mit der Stadt Bochum haben wir sehr viel Arbeit investiert, umfassende Berechnungen erstellt und das bestehende Bus- und Bahnliniennetz in Bochum von einem Gutachterbüro überprüfen lassen. Gleichzeitig haben wir aber auch die Bürger über das Internet und in einem Workshop nach ihren Wünschen und Ideen gefragt. Durch die Bürgerbeteiligung haben wir viele konstruktive Hinweise erhalten, die in die Planung eingeflossen sind. Wir hoffen daher, die Fahrten und Umstiege mit unserem neuen Netz für die Kunden noch angenehmer zu gestalten und neue Fahrgäste hinzugewinnen zu können.

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